Social image films (SIF)

Otmar Hitzelbergers Social Image Films fangen die aus dem Alltag sich ergebenden Dramen unserer Zeit ein wie Arbeitslosigkeit, Ausgrenzung, Knast, Einsamkeit u. a. Betroffen sind vielfach junge Menschen.

Aus präziser Umweltschilderung gestaltet er die Gebundenheit durch Herkunft, so in der Dokumentation von Migrantinnen oder die Resozialisierungsarbeit in einer Jugendvollzugsanstalt. Innerhalb des Gerüstes der gesellschaftlichen Verhältnisse geben seine Filme Orientierung, Hoffnung, gutes Beispiel besonders für Heranwachsende, geben Antwort gegen Vermassung, Verzweiflung, ergebnisloses Aufbegehren. In der kümmerlichen Alltagswelt, in der bedrückenden Lebenssituation lässt er Visionen, gangbare Wege aufleuchten, zeigt Einrichtungen und Träger, die helfen.

Er verweist auf die Ressourcen der Gesellschaft, auf das menschliche Engagement in der Betreuung behinderter Kinder, in dem Bemühen um benachteiligte Jugendliche in den Kompetenzagenturen. Seine Filme vermeiden alle Belehrung, sind keine Gebrauchsanweisungen. Seine Analysen sind voll Leben. Statistisches Material wird lebendig. Die reale Atmosphäre, der prägnant getroffene Umraum, die hohe Qualität der Schwenks, Schnitte, die Farbe, die Unmittelbarkeit der Interviews und Statements schaffen die dichte Struktur sachlich dokumentarisch, informativ. Er brilliert durch Authentizität.

In den Social Image Films geschieht das Ungewöhnliche, das der naturalistische Alltagsgehalt sich kunstvoll zu einer Prosaerzählung, zu einer Novelle verwandelt. Wir erleben ungewöhnliche Umstände, Ereignisse, Ausschnitte von Lebensbildern, die uns fesseln. Wir sehen Möglichkeiten und Wendepunkte, die uns tief bewegen. Gegen die Zersplitterungen und Schicksalslaunen des Lebens steht durch Social Image Films eine mitmenschliche Engagiertheit und liebevolle Kraft.

Dr. Friedhelm Häring

Social image films (SIF) Filmbeschreibungen als pdf-Datei (158 kB)